Vortrag: Dr. Benjamin-Gunnar Cohrs (Bremen)
Freitag, 24. September 2010, 17 Uhr, Ferenc Gál Theologische Hochschule – Klebelsberg Saal

Die als dreisätziges Fragment (!) überlieferte Sinfonie h-moll D 759 von Franz Schubert gibt ihrer Nachwelt Rätsel auf. Eine Fülle hartnäckiger Legenden und Gerüchte dazu werden von der Musikwissenschaft, Kritik und Aesthetik heftig diskutiert. Aus der Not des Fragments machte die Nachwelt eine Tugend: Man behauptet gern, Schubert hätte seine Sinfonie am Ende des Andantes in E- Dur bereits als ›vollendet‹ betrachtet; eine Vervollständigung sei angesichts des bereits erzielten ›Vollendungsgrads‹ des Erhaltenen undenkbar. Doch all dies sind Spekulationen, angesichts der mageren Faktenlage müßig und wenig geeignet, Licht in die Angelegenheit zu bringen.
In seinem Vortrag erläutert Dr. Benjamin-Gunnar Cohrs die Fakten hinter dieser Legende und macht vertraut mit der vervollständigten Aufführungsfassung der Sinfonie, die er im Jahr 2004 nach Originalquellen von Schubert herausgegeben hat. (Diese Partitur ist käuflich erhältlich als Repertoire Explorer Study Score 888 bei http://www.musikmph.de/.) Sie erfährt am Freitag, 24. September 2010, im Rahmen des St. Gellert Festival in der Cathedrale von Szeged ihre ungarische Erst-Aufführung.
Download: Schubert - D795 Partiturauszug |